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Werner Reimers Stiftung - Damals und Heute

Werner Knopp
Vorstand 1998 bis 2006 und Vorsitzender des Verwaltungsrates 1986 bis 1998 und 2007 bis 2011

1995 bis 2005: Eingeschränkte Stiftungsarbeit

Infolge des Rückgangs der Erträge der P.I.V. Antrieb Werner Reimers GmbH & Co. KG Ende der 1980er Jahre sah sich die Werner Reimers Stiftung gezwungen, ihre Förderungsaktivitäten einzuschränken. Von 1995 bis 2001 konnten lediglich 20 bis 35 Tagungen jährlich finanziert werden, und die Reisekosten der Tagungsteilnehmer – die in der Regel mehr als die Hälfte der Tagungskosten ausmachten – konnten nur noch zur Hälfte erstattet werden. Um das Tagungszentrum mit seiner Infrastruktur zu erhalten, wurde es vermehrt anderen Stiftungen und Forschungseinrichtungen für Tagungen und Konferenzen zur Verfügung gestellt.

Dennoch rief die Werner Reimers Stiftung 1996 mit den „Werner Reimers Konferenzen“ einen besonderen Tagungstyp ins Leben. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen – Klaus Günther, Michael Lackner, Shalini Randeria, Heinz-Ulrich Reyer, Reinhard Schulze, Rudolf Stichweh, Hans Uszkoreit und Michael Werner – machte es sich zur Aufgabe, neue Forschungsfelder im angehenden 21. Jahrhundert zu eruieren. Zu diesem Zweck organisierte sie eine Folge von kleineren Treffen und Konferenzen mit Experten der jeweiligen Fachgebiete. Die Arbeitsergebnisse wurden in der Schriftenreihe Suchprozesse für innovative Fragestellungen in der Wissenschaft festgehalten.

Gisela Trommsdorff
Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats

An den einzelnen Heften lassen sich zentrale Themen der Geistes- und Sozialwissenschaften in jenen Jahren ablesen: die Entwicklung einer transdisziplinären Evolutionstheorie, der cultural turn in den Humanwissenschaften und die Auswirkungen der Globalisierung auf Recht, Kultur und Gesellschaft. Ein Verwaltungsbeirat, dem die Alexander von Humboldt-Stiftung, das Bundesforschungsministerium, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Max-Planck-Gesellschaft, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Volkswagenstiftung, das Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Wissenschaftsrat angehörten, begleitete das Projekt.

Als die P.I.V. Antrieb Werner Reimers GmbH & Co. KG 2001 Insolvenz anmeldete und anschließend verkauft wurde, flossen keine Mittel mehr in die Stiftung. Mitte 2001 stellte sie ihre Förderungstätigkeit ein. Die Tagungsstätte Am Wingertsberg wurde geschlossen. 2004 konnte die Werner Reimers Stiftung ihre Arbeit mit einem Budget von 100 000 Euro jährlich erneut aufnehmen. Nunmehr förderte sie wissenschaftliche Tagungen, die an anderen Orten stattfanden. In diesen schwierigen Jahren leiteten der ehemalige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin Werner Knopp (Vorstand von 1998 bis 2006) und der Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert (Verwaltungsratsvorsitz von 1998 bis 2006) die Stiftung. Alfred Gierer (Physiker und Biologe), Theo Herrmann (Psychologe), Michael Lackner (Sinologe), Dieter Langewiesche (Historiker), Wulf Schiefenhövel (Humanethologe), Elisabeth Ströker (Philosophin) und Gisela Trommsdorff (Sozialpsychologin) gehörten dem Wissenschaftlichen Beirat an.

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